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Vorwort der Vorsitzenden zum Jahr 2011

 

Liebe Leserinnen und Leser!.

Im Jahr 2011 wird der NABU Rhein-Erft 40 Jahre alt. Zeit für einen Rückblick und Ausblick.

Die Gründung unseres Kreisverbandes fiel in eine Zeit, in der das „Wirtschaftswunder“ bereits seinen Höhepunkt überschritten hatte. Man begann darüber nachzudenken, ob alles Machbare auch umgesetzt werden sollte. Man diskutierte über die Gefahren unbegrenzten Wachstums. Der „Club of Rome“ veröffentlichte seinen ersten Bericht (1972) und die Anti-Atomkraft-Bewegung formierte sich. 1970 gab es das erste Europäische Naturschutzjahr und 1971 wurde mit der „Ramsar-Konvention“ zum Schutz von Feuchtgebieten (Ramsar / Iran) die erste international verbindliche Naturschutzvereinbarung getroffen.

G Wartenberg

 

Für die neu gegründete Gruppe gab es also reichlich Themenfelder, und dank ihres Gründers Manfred Stock (siehe Portrait) nahm sie die Herausforderung an. Weg vom rein bewahrenden hin zum zukunftsorientierten, sich den Anforderungen der Zeit stellenden Naturschutz. Das bedeutete, den traditionellen Vogelschutz mit Vogelbeobachtung, Nistkastenbau und Winterfütterung in den Gesamtzusammenhang des Ökogefüges zu stellen. Damit gelang es auch, weitere Bevölkerungsgruppen anzusprechen, so dass der noch junge Kreisverband schnell wuchs. Seine Sachkompetenz ist in allen relevanten Gremien anerkannt. Viele Themen haben sich seither geändert, andere begleiten uns schon über Jahrzehnte, neue sind hinzugekommen. Aber immer geht es darum, das Beste für die Natur herauszuholen, damit auch zukünftige Generationen eine lebenswerte Natur und Umwelt vorfinden. Das ist selten der bequeme Weg, denn Konflikte bleiben nicht aus, mit Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft im besonderen, Organisationen des Sports und anderen Interessengruppen.

Der NABU hat sich immer bemüht, in der Sache klar Position zu beziehen, und das mit Daten und Fakten zu untermauern. Zahlreiche Kartierungen und Monitorings der vergangenen Jahre führten zu Schutzausweisungen als Naturschutzgebiet (NSG), angefangen bei den Bedburger Klärteichen, über die Große Laache, den Kerpener Bruch bis hin zum Ehemaligen Munitionsdepot Friesheimer Busch, um nur einige zu nennen. Sie dienen aber auch als Datenbasis, um Gefahren für die Natur abzuwenden. Der Braunkohletagebau ist inzwischen kaum noch Thema in Kreisgebiet. Eine andere Bedrohung gefährdet die wertvollen Ackerböden unserer Region: Der immense Flächenverbrauch durch Bau- und Gewerbegebiete sowie Straßenbau. Es mangelt an Gemeindegrenzen überschreitender Planung. Auch die Freizeitbranche versucht immer neue Flächen für sich zu vereinnahmen. Am flächenintensivsten sind die Golfplätze und, das beschäftigt uns nun schon über 20 Jahre, das Phantasialand. Wie passend war doch der Titel der ersten Veröffentlichung des „Club of Rome“ - „Grenzen des Wachstums“!

Das bedeutet nicht: Zurück in die Steinzeit! Der Boom der erneuerbaren Energien als Antwort auf Kohle und Atom war so vor 40 Jahren nicht vorauszusehen. Kritiklos nehmen wir auch hier nicht jede Entwicklung hin. Auch Wind-, Wasser- und Bioenergie dürfen sich nicht über den Schutz von Natur und Umwelt hinwegsetzen.

Es gab aber auch Projekte, die sich trotz bester Argumente nicht verhindern ließen, wie die Bauvorhaben in der „Grünen Lunge“ in Bergheim, oder, ganz aktuell, die Ortsumgehung Busch-bell. Bei der BAB 4 neu konnten wir mit der Grünbrücke einen Teilerfolg erreichen, verhindern ließ auch sie sich nicht. Um so mehr freut es uns, dass bei Gymnich durch unsere Vermittlung der Rhein-Erft-Kreis in die Lage versetzt wurde, 40 ha zur Renaturierung der Erft auf dem ehemaligen Golfplatzgelände zu erwerben.

Alles in Allem, eine Bilanz, auf die der NABU Rhein-Erft stolz sein kann. Dennoch kein Grund, sich bequem zurückzulehnen. Aufgaben gibt es auch in Zukunft reichlich.

An dieser Stelle gilt mein Dank den vielen Unterstützern und aktiven Mitstreitern, die in den vergangenen 40 Jahren zum Erfolg des NABU Rhein-Erft beigetragen haben. Die Herausforderungen werden nicht weniger. Wir müssen uns auf immer neue Themenfelder einstellen in unserem Einsatz für die Natur.

Darum wünsche ich mir für die Zukunft des NABU Rhein-Erft weiterhin viele Unterstützer, aktive Helfer und Mitarbeiter, die sich wie bisher mit großer Sachkompetenz und Enthusiasmus für unsere Ziele einsetzen, für

  N aturschutz
A rtenschutz
B iotopschutz
U mweltschutz  -  kurz: NABU
 

 

In diesem Sinne


Ihre
Unterschrift Vorsitzende

Gisela Wartenberg, Vorsitzende NABU Rhein Erft e.V.

 

 

 

 

 

 

 

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